Das 18. ITT in Kärnten - 4.10.2002 bis 6.10.2002
Wolfgang Ransburg

Als vor 18 Jahren eine kleine Gruppe Kärntner Hobbyastronomen die Idee hatte, ein Teleskoptreffen zu veranstalten, hat wohl keiner erwartet, daß sich diese Veranstaltung so gut entwickeln würde. Das "Internationale Teleskoptreffen in Kärnten" kurz ITT, hat einen Trend gesetz. Inzwischen gibt es eine große Anzahl von Star Parties in Europa.

Auch heuer fanden über 200 Sternfreunde den Weg nach Kärnten. Bereits eine Woche vor dem ofiziellen Beginn konnte man über 50 Sternfreunde auf der Emberger Alm antreffen. Die ausgezeichneten astronomischen Bedingungen auf über 1800 Meter Seehöhe aber auch die angenehmen und komfortablen Unterkünfte ermöglichen vielen Sternfreunden, das ITT mit einem Astro- und auch Familienurlaub zu verbinden.

Ich selbst konnte leider erst am Mittwoch anreisen. Mit glänzenden Augen schwärmten mir die Sternfreunde von den pahntastischen vergangenen Nächten vor. Vier erstklassige Nächte mit perfekter Durchsicht und ruhiger Luft hatten den Hobbyastronomen dunkle Augenringe beschert. Der Wetterbericht hatte allerdings für die zukünftigen Tage keine so schönen Prognosen für uns parat. Eine umfangreiche Störung sollte von Westen hereinkommen. Daß der Wetterbericht sich auch irren kann, sollten wir die kommenden Tage erfahren.

Der Mittwoch war bereits ein großer Anreisetag. Fast im Minutentakt wurden Fernrohre aufgestellt. Bis zum Abend sollten an die 100 Teleskope einsatzbereit sein. Nach einem herrlichen Sonnentag mit etwa 20° Außentemperatur machte sich allerdings die herannahende Störung bemerkbar. Eine dichte Bewölkung verwehrte uns den Blick zu den Sternen. Auch gut, dachte ich, verbleibt wenigstens ein Tag zum Aklimatisieren. Etwa drei Stunden später wurde ich eines Besseren belehrt. Ein Sternfreund leitete mit den Worten: "Es wird klar!" eine lange Beobachtungsnacht ein.

Diese Situation sollte uns auch in den Nächten auf Freitag und auch auf Samstag treu bleiben. Während es nördlich der Alpen durchgehend regnete, waren bei uns die Tage recht sonnig. Am Nachmittag zog dann Bewölkung auf, die sich ebenfalls während der Nacht auflöste. Gerade die Nacht auf Freitag hzeichnete sich durch sehr gute Beobachtungsbedingungen aus. Die Milchstraße zog sich als helles Band quer über den Himmel. Deutlich war die Zweiteilung im Schwan sichtbar. Die Schildwolke erweckte den Eindruck einer leuchtenden Nachtwolke, während sich richtige Wolken eher durch die Abwesendheit von Sternen auszeichneten, so dunkel ist der Standort auf der Emberger Alm.

Durch die hervorragenden Beobachtungsbedingungen waren wieder Objekte zu sehen, die vom Tal aus kaum beobachtet werden können. Selbst kleine Teleskope überaschten ihre Besitzer mit einer enormen Objektfülle. Ein kleiner Großfeldrefraktor von GSO mit 80mm Öffnung zeigte mit einem 32mm Erfle mit 2" Einsteckdurchmesser den Nordamerika Nebel und den Pelikan Nebel komplett im Gesichtsfeld, fast wie auf einer Astro-Aufnahme.

Besonders beeindruckt hat mich aber die höchstempfindliche Mintron Videokamera. Mit Detlefs 18" Newton konnten wir live am Monitor den Zentralstern des Ringnebels und Strukturen im Ring beobachten. Das Objekt war nur ca. 10° über dem Horizont!. Auch die äußerst lichtschwachen Galaxien in Stephans Quintett waren deutlich erkennbar. Detlef meinte, daß die Kamera einen Gewinn von zwei Größenklassen zur visuellen Beobachtung bietet.

Bis in die Morgenstunden wurde beobachtet und mit einem zufriedenen Ausdruck wurde dann in der Gaststube, die die ganze Nacht geöffnet war, ein "Gute Nacht Trunk" geschlürft.

Die Tage waren sehr abwechslungsreich. Viele hochklassige Referate füllten den Vortragssaal bis auf den letzten Quadratmeter. Themen, wie CCD Astronomie, Fernrohrbau in Leichtbauweise mit Kohlefaser oder vernünftige Beobachtungsplanungen sorgten danach für interessante Diskussionen. Wolgang Rohr fühlte wieder dem Fernrohr des Sternfreundes mit interferometrischen Messungen auf den Zahn. Es war sehr interessant zu sehen, wie das Fernrohr, mit dem man gerade vor ein paar Stunden beobachtete, auf der optischen Bank abschneidet. Selbstverständlich konnten auch viele Schnäppchen bei den zahlreich anwesenden Händlern gemacht werden.

Besonders interessant waren natürlich die mitgebrachten Geräte. Eindeutig konnte der Trend zu Dobson Teleskopen festgestellt werden. Dagegen waren kleinere Geräte mit GoTo so gut wie gar nicht anwesend. War hier bereits ein erster Trend Wechsel zu beobachten? Besonders auffällig war auch die große Anzahl von Geräten aus chinesischer Fertigung. Der günstige Preis verbunden mit einer guten Qualität hat in den letzten Jahren für eine starke Verbreitung dieser Teleskope gesorgt.

Selbstverständlich wurde auch mit jedem Gerät gearbeitet. So konnte man die Unterschiede zwischen den einzelnen Fernrohren sehr gut feststellen. Gerade Sternfreunde, die sich mit einem Fernrohrkauf beschäftigen, konnten so erste Meinungen bilden und ein wenig die Spreu vom Weizen trennen.

Alles in allem war das 18. ITT auf der Emberger Alm wieder ein großer Erfolg. Die Stimmung am Berg war entspannt, binnen kürzester Zeit war zwischen den Teilnehmern ein freundschaftliches Verhältnis zu beobachten.

Der Termin für 2003 steht schon fest. Vom 26.9.2003 bis zum 28.9.2003 sind Sternfreunde wieder herzlich eingeladen, zum ITT nach Kärnten zu kommen. Alle weiteren Infos, wie Vorträge, Adressen zum Übernachten oder auch Neuheiten und Änderungen finden Sie auf unserer ITT Homepage:

www.itt-astro.de

Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen in Kärnten

Wolfi Ransburg

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Die Tage vor dem 17. ITT - im Astrotreff
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Das 17. ITT - im Astrotreff
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